6 Chinchillas auf Toilette eines Zoos ausgesetzt

Keine schöne Entdeckung machten heute Mitarbeiter des Naturzoos Rheine bei der morgendlichen Reinigung der Besucher-Toiletten. Sie fanden insgesamt sechs ausgesetzte junge Chinchillas.

Vor dem Gebäude hoppelte ein verängstigtes Chinchilla umher. Kurz darauf wurden auch im Wickelraum und in den Kabinen der Damen-Toilette insgesamt sechs Chinchillas entdeckt, eingefangen und in ein provisorisches Quartier gesetzt. Man muss ganz davon ausgehen, dass die kleinen Nager als „lästig“ gewordene Haustiere ausgesetzt wurden, in der Hoffnung, dass sich im Zoo schon jemand darum kümmert. Ein, leider häufiger, Fall von völlig unüberlegter Tieranschaffung!

Was sind das nur für Menschen?
Der Naturzoo wird ständig mit Anfragen nach der Übernahme von exotischen Haustieren und überzähligen Meerschweinchen, Kaninchen und Kleinvögeln konfrontiert. In den meisten Fällen wollen die Besitzer die Tiere los werden, weil sie sich zuvor nicht genügend über deren Haltung informiert haben und nun mit der Pflege und der Entwicklung der Tiere überfordert sind. Auch Tierhaar-Allergien können Gründe für den Abgabewunsch sein. Der Zoo kann aber in solchen Fällen keine Lösung sein.

Der Naturzoo muss all diese Anfragen ablehnen. Alleine die Angebote von Kaninchen und Meerschweinchen, die innerhalb einer Woche eintreffen, erreichen schnell ein gutes Dutzend. Adäquate Unterbringungsmöglichkeiten sind für „ungeplante“ Tierzugänge nicht vorhanden, genauso wie dauerhafte Unterbringungsmöglichkeiten. Trotzdem bemüht man sich hier mit Ratschlägen und eventuell Vermittlungen zu helfen. Auch die Chinchillas werden nicht im NaturZoo bleiben können.

Quelle: muensterschezeitung.de

Tier des Monats: Chinchilla

chinchillas-0151.jpgChinchillas sind kleine Nagetiere die ursprünglich aus den Anden in Südamerika kommen, die freilebende Chinchilla Population gilt heute als gefährdet.

Chinchillas erreichen eine Körperlänge von 22 cm-38 cm (ohne Schwanz) und ein Gewicht zwischen 500 g und 800 g. Früher als Pelztiere gezüchtet werden sie heute als nachtaktive Haustiere immer beliebter. Doch die kleinen Nager sind nicht für jeden geeignet und sind relativ anspruchsvoll in der Haltung.

Die geselligen Tiere müssen unbedingt zusammen mit Artgenossen gehalten werden, eine Einzelhaltung ist nicht artgerecht! Chinchillas benötigen viel Platz, ein großräumiger Käfig ist daher ein absolutes Muss. Er sollte mindestens 1,5m lang, 0,6cm tief und 1,5m hoch sein, leider gibt es in keinem Zoohandel einen Käfig der diesen Massen entspricht. Spezielle Käfige in dieser Größe kann man aber im Internet bestellen, selber bauen oder bauen lassen. Der Käfig sollte mit vielen Sitz- und Springbrettern aus unbehandelten Holz ausgestattet sein, da die bewegungsfreudigen Tiere sehr gerne springen. Bei einem sehr hohen Käfig empfiehlt es sich eine zweite Ebene in den Käfig einzubauen.

Pro Chinchilla sollte ein Häuschen eingebaut werden, so haben sie tagsüber eine Rückzugsmöglichkeit um in Ruhe zu schlafen. Da Chinchillas nachtaktiv sind brauchen sie tagsüber viel Ruhe und sollten vor Lärm und direkter Sonneneinstrahlung geschützt sein. Bei Dämmerung werden die Nager erst richtig munter, über Nacht können sie auch ziemlich laut werden. Stubenrein werden Chinchillas nicht, ihre Kotabgabe können sie nicht steuern, deshalb entsteht auch ziemlich schnell Dreck. Der Käfig muss jede Woche komplett gesäubert werden, sie Bretter sollten aber täglich abgefegt werden.

Unabdingbar ist ein Sandbad mit dem richtigen Sand. Den brauchen Chinchillas um ihr Fell zu reinigen und Stress abzubauen. Hier sollte unbedingt auf den richtigen Sand geachtet werden, er muss sehr fein und Quarzfrei sein. Am besten kauft man einen speziellen Chinchillasand oder Attapulgus Sand. Grober Vogelsand kann das samtige Fell schädigen.

Chinchillas sind keine Tiere zum streicheln, festhalten oder hochnehmen, sie werden zwar zahm aber die wenigsten lassen sich gerne anfassen. Chinchillas sind eher Tiere zum beobachten.

p1020006.jpgBei der artgerechten Ernährung scheiden sich die Geister. Einige bevorzugen es ihre Chinchillas hauptsächlich mit speziellen Chinchilla Pellets und Heu zu füttern. Andere wiederum halten das für viel zu einseitig und füttern ihren Tieren getrocknete, teilweise auch frische Kräuter, Äste und Blätter. Frischfutter ist nur bedingt geeignet und sollte wenn nur sehr selten gegeben werden. Getrocknete Äste wie Apfel- oder Birnenäste sind für Chinchillas sehr gut geeignet, da sie im getrockneten Zustand sehr hart sind können die Tiere dort ihren Nagedrang befriedigen, außerdem fördert es den Zahnabrieb. Heu ist ein absolutes Muss und sollte immer zur Verfügung stehen, dass rohfaserhaltige Futter dient ebenfalls dem Zahnabrieb. Getrocknete Kräuter, Blätter und Blüten nehmen Chinchillas gerne an und bieten Abwechslung.