Hamburg: Tierhasser stellt Vogelfallen mit Nylonfäden

In diesem Jahr haben sich in Hamburg bereits 36 Tiere in Nylonfäden verheddert und dies mit ihrem Leben bezahlt.

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Mehrmals täglich verheddern sich derzeit Vögel in dünnen Fäden, die zwischen Baumkronen gespannt sind. Die Polizei ermittelt. Es wird vermutet, dass die Schnüre ganz bewusst gespannt wurden um Vögel zu fangen.

Polizeisprecher Andreas Schöpflin:

„Wir prüfen, ob eine Straftat vorliegt. Möglicherweise stammen die Seile auch von abgerissenen Drachen. Der Fachdienst für Umweltdelikte der Wasserschutzpolizei ermittelt.“

Freitag Vormittag rückten die Retter der Feuerwehr in Wandsbek aus. Ein Bussard hatte sich in einer Schnur verfangen und lag hilflos auf einem Dach. Der Raubvogel konnte gerettet werden und wurde ins Tierheim gebracht.

Kurz darauf wurde schon erneut ein gefangener Vogel gemeldet. Diesmal war eine Möwe in eine Schnur zwischen Bäumen auf einem Schulhof im Großlohering (Rahlstedt) geflogen. Dort hing sie kopfüber in der Luft. Auch dieses Tier retteten die Feuerwehrmänner.

Fast zeitgleich waren auch die Kollegen in Billstedt im Einsatz. Dort holten die Feuerwehrmänner mit einer Leiter eine blutende Möwe aus dem Seil.

Und immer häufiger müssen die Retter zum Vogelbefreiungs-Einsatz ausrücken. Feuerwehrsprecher Martin Schneider: „Heute hatten wir allein im Osten sechs Fälle. Seit Jahresbeginn sind es in ganz Hamburg schon 36.“

Quelle: Bild.de

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Die Hälfte alle Tierarten ist gefährdet, warnen Umweltschützer

Tierarten sind gefährdet

Am Beispiel des Laubfrosch warnen Umweltschützer über die Gefährdung von vielen Tierarten. In den 1970er Jahren gab es z.B. in Hamburg noch ganze Populationen von Laubfröschen. Inzwischen gibt es nur noch wenige Bestände.

Die laubgrünen Amphibien stehen in der Hamburger Liste der bedrohten heimischen Arten ganz oben – als „vom Aussterben bedroht“. Welche ökologische Uhr da tickt, haben jetzt Umweltschützer am „Tag des Artenschutzes“ deutlich gemacht. Gut die Hälfte aller untersuchten Tier- und Pflanzenarten sei gefährdet, heißt es beim Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND).

„Das ist nicht nur ein Problem für Hamburg, sondern für ganz Deutschland“,

sagt BUND-Naturschutzexperte Friedrich Wulf.

Bereits in Hamburg ausgestorben sind etwa Sumpfschildkröte, Feuersalamander, Wechselkröte und Rotbauchunke. Als unmittelbar vom Aussterben bedroht gelten neben dem Laubfrosch Kreuzotter und Knoblauchkröte. Insgesamt wurden 88 Prozent der Amphibienarten in Hamburg in die Gefährdungskategorien der „Roten Liste“ eingestuft.

Vögeln geht es nicht besser

Auch den Vögeln geht es kaum besser. Der Kiebitz-Bestand ging in den vergangenen 30 Jahren um 35 Prozent zurück. Jetzt erwischt es sogar den einst am weitesten verbreiteten Haussperling. Während der Spatz im Bundesdurchschnitt nach wie vor den ersten Platz in einer Rangskala der am häufigsten gezählten Vogelarten belegt, rangiert er in Hamburg auf Platz fünf. Vor zwei Jahren noch flatterte er auf Rang 3. Nabu-Chef Stephan Zirpel kommentiert den Sinkflug des Singvogels so: „Er hat es offensichtlich in Hamburg äußert schwer, sich zu behaupten, weil ausreichend Lebensraum für ihn fehlt.“

In den letzten Jahrzehnten hätten Häusersanierungen und Fassadenversiegelungen dazu geführt, dass dieser Vogel weniger Nistplätze finde. Umweltschutzorganisation wie der BUND fordern nun, dass die Bundesregierung den Artenschutz verbessert und die europäischen Naturschutzrichtlinien umsetzt.

Quelle: welt.de
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