Wellensittich Masaker in Norddeutschland

Am 08.04.2010 wurde am späten Nachmittag von zwei Frauen ein kleiner unberingter Wellensittichhahn beim Tierheim Wolfenbuettel (südlich von Braunschweig) abgegeben. Er wurde in einem Waldstück nahe einer Autobahnzufahrt neben anderen bereits verendeten Wellensittichen gefunden. Dem Wellensittich wurden seine Flügel abgedreht, die Schwanzfedern herausgerissen und teile des Gefieders mit einem Feuerzeug verbrannt. Eine Pflegerin des Tierheims nahm sich dem sehr hungrigen und verängstigen Tier an. Die offenen Wunden wurden beim Tierarzt fachmännisch versorgt.

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Bereits nach wenigen Tagen legte der Wellensittich seine panische Angst zumindest gegenüber den zwei Kindern der Pflegerin ab und lies sich kraulen und futterte gemeinsam mit ihnen Salatgurke. Der Wellensittich erhielt den Namen „Pixel“ und soll in dieser Familie verbleiben, wo später noch ein weiterer Wellensittich mit einziehen soll.

Der quirlige Pixel ist trotz der schlechten Erfahrung die er mit Menschen gemacht hat, außergewöhnlich zahm, so dass davon ausgegangen werden kann, dass ein Vorbesitzer ihn doch mal sehr lieb gehabt haben muss. Sein Voliere wurde behindertengerecht ausgestattet, so dass ihm zukünftig an nichts mehr fehlen wird.

Das Tierheim Wolfenbuettel bittet um Hinweise, welche zur Aufklärung dieser Tierquälerei beitragen können. Da auch die bereits verendeten Wellensittiche unberingt waren, ist davon auszugehen, dass die Wellensittiche von einer unerlaubten privaten Vermehrung stammen und von nachfolgenden Besitzern auf solch grausame Weise entledigt wurden.

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Wellensittich sinkt in der Gunst der Deutschen

Wellensittich, Kanarienvogel und Co sind in Deutschland als Haustiere im stetigen Sinkflug. Das teilte der Industrieverband Heimtierbedarf in Düsseldorf mit.

wellensittich.jpg Die Zahl der Ziervögel schrumpfte innerhalb von zehn Jahren von fünf Millionen auf zuletzt 3,4 Millionen Tiere im vorigen Jahr. Klare Ursachen für diesen Trend seien noch nicht ausgemacht, sagte ein Sprecher. Die Zahl der Katzen wächst dagegen kräftig. 1997 miauten noch 6,3 Millionen Tiere in deutschen Wohnungen, 2007 waren es dagegen schon 7,9 Millionen Stubentiger.

Bei den Hunden tat sich unterdessen wenig. Die „besten Freunde des Menschen“ liegen bei 5,3 Millionen, das sind 300 000 Tiere mehr als 1997. Die übrigen Kleintiere wie Meerschweine und Kaninchen legten von 4,5 auf 6,6 Millionen zu. Leichten Zuwachs gibt es neuerdings bei den Fischen. Die Zahl der Aquarien stieg laut den Zahlen allein 2007 von 1,95 Millionen auf 2,1 Millionen.

Für Futter, Spielzeug und anderen Bedarf ihrer Haustiere haben die Bundesbürger im vergangenen Jahr mehr als 3,3 Milliarden Euro ausgegeben. Das beste Geschäft wurde mit Katzennahrung gemacht: Für das Fressen ihrer Stubentiger gaben die Deutschen laut den Zahlen mehr als 1,2 Milliarden Euro aus. Das waren 0,8 Prozent mehr als im Vorjahr. 205 Millionen Euro wurden allein in Katzenstreu investiert. Bei Hundefutter blieb der Markt mit einer Milliarde Euro konstant, teilte der Verband mit. Insgesamt halten die Deutschen mehr als 23 Millionen Haustiere. In jedem dritten Haushalt lebt ein Heimtier.

Quelle: ln-online.de
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