Chronische Niereninsuffizienz bei Katzen

Nierenversagen ist eine der häufigsten Todesursachen bei Katzen. Man unterscheidet zwischen Akutem Nierenversagen (ANV) und Chronischer Niereninsuffizienz (CNI). In beiden Fällen wird das Nierengewebe, das die Filterleistung erbringt, zerstört, und Giftstoffe reichern sich im Blut an.

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ANV entwickelt sich innerhalb von ein paar Stunden oder Tagen, CNI ist ein schleichender Prozess. Man unterscheidet vier Stadien bzw. Schweregrade. Da klinische Symptome in Stadium I noch nicht, in Stadium II erst schwach ausgeprägt sind, erkennt man die Krankheit oft erst spät.

URSACHEN: Vor allem Infektionen des Nierenzwischengewebes, aber auch andere, z.B. chronische Entzündungen (Bakterienflut); Vergiftungen; Harnverhalt; Stress; Zahnbeläge (Bakterien); auch bestimmte Medikamente oder ein zu hoher Eiweiß- und Phosphorgehalt der Nahrung können Niereninsuffizienz begünstigen. Obwohl meist ältere Katzen davon betroffen sind, kommt sie auch bei jüngeren Tieren vor.

SYMPTOME: Eine deutlich vermehrte Flüssigkeitsaufnahme und -ausscheidung; Abgeschlagenheit; Mundgeruch und Mundschleimhautentzündungen (eventuell tritt Harnstoff über kleine Löcher im Kiefer aus); später Erbrechen, Appetitmangel, Dehydrierung; Magen-/Darmprobleme; Gewichtsverlust; stumpfes Fell; tränende/entzündete Augen; Husten; Veränderungen der Stimme. Da einigen Symptomen auch andere Krankheiten zu Grunde liegen können (z.B. Diabetes), ist die Ursache unbedingt abzuklären.

Die DIAGNOSE stellt der Tierarzt, der die Nieren abtastet, ein Röntgen- oder Ultraschallbild anfertigt, sowie Urin und Blut der Katze untersucht. Aussagekräftig hierbei sind die Kreatinin- und Harnstoffwerte: Sind sie erhöht, wurden bereits ca. zwei Drittel der Nierenzellen zerstört.

PROPHYLAXE: Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten; Trockennahrung reduzieren; Zahnpflege, Vorsorgeuntersuchungen und Behandlungen entzündlicher Erkrankungen durchführen lassen; für Katzen giftige Pflanzen etc. entfernen. Niereninsuffizienz selbst ist nicht heilbar, und eine Transplantation oder Dialyse wird nur in Einzelfällen gemacht. Auf das Tier abgestimmte Behandlungsmethoden können seine Lebensqualität und -dauer aber meist noch eine Zeitlang verbessern.

THERAPIEN: Subkutane (bei ANV/fortgeschrittener CNI auch intravenöse) Infusionen; Protein- und phosphorreduzierte Diät oder Phosphatbinder über dem gewohnten Futter; Medikamente zur Behandlung von Sekundärkrankheiten; zusätzliche Flüssigkeitsgaben über die Nahrung; Ruhe und Zuwendung; bewährt haben sich außerdem homöopathische Arzneimittel.

ENDSTADIUM: Es kommt zu einer Zerstörung der roten Blutkörperchen (Anämie) und eventuell der Schleimhäute im ganzen Körper. Nierenkoma, Hirn- und Muskelschädigungen sind denkbar. Der mögliche, kurzfristige Nutzen weiterer Maßnahmen (Magensonden, Bluttransfusionen, intravenöse Infusionen) sollte sorgfältig gegen das Interesse der Katze abgewogen werden. Womöglich ist der Tod/die Euthanasie eine Erlösung.

Gastbeitrag von Simon Bertram: http://www.tierarzt-info.com/

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2 Kommentare zu diesem Beitrag.

  1. Doßmann's Gravatar

    Autor: Doßmann | Datum: 11. Februar 2012 um 10:02

    Jetzt hat sich der Wahn von der Wirksamkeit der Homöopahtie schon in die Tiermedizin verbreitet, sorry sorry.

  2. Ursula Blank's Gravatar

    Autor: Ursula Blank | Datum: 28. März 2013 um 13:27

    Die Katze meiner Tochter hat vor kurzem keinen richtigen Appetit mehr gehabt.
    Nach einem gewissen Zeitraum kam auch noch Erbrechen hinzu, wodurch wir doch dann zum Tierarzt gegangen sind. Der hat uns dann mitgeteilt, dass unsere Katze Isabell eine chronische Niereninsuffizienz hat. Da es schwer ist die Katze weiterhin ordentlich zu ernähren, hat uns ein Freund Nieren Tonicum für Katzen (http://www.recoactiv.de) empfohlen. Die sonst so wählerische Isabell hat diesen Zusatz gut angenommen und inzwischen hat Sie auch wieder Appetit. Ich kann Recoactiv Nierentonicum uneingeschränkt weiterempfehlen.

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