Allgemein

Sind wilde Goldhamster bald ausgestorben?

4. März 2026
Tierblogger

Unsere beliebten Haustiere, die Goldhamster, stammen von den Hochebenen Aleppos. Die Region ist dicht besiedelt, liegt in Syrien und grenzt an die Türkei. Hier leben unsere Goldhamster noch immer zum Bedauern der heimischen Landwirte. Wie könnte es auch anders sein, der Goldhamster ist ein Getreideschädling. Er lebt auf den Getreidefeldern und bunkert Getreide in seinem Bau. Das sind bei tausenden Hamstern hohe Ernteeinbußen. 

wilder-goldhamster-1024x559

Die syrische Region ist durch Krieg und Krisen erschüttert. Verständlicherweise hat die heimische Bevölkerung andere Probleme, als sich um den Naturschutz zu kümmern. Schlimmer noch, sie würden die Goldhamster, zu Lateinisch „Mesocricetus auratus“ vermutlich am liebsten ausrotten. Aber auch für ausländische Wissenschaftler ist die ganze Region sehr schwierig. Es mag auch am mangelnden Interesse liegen, aber die Datenlage ist sehr dünn, wenn es um die Bestände der Goldhamster geht. 

Die moderne Landwirtschaft gefährdet den Hamster

Je ertragreicher die Fläche, umso mehr Futter für den Hamster? Das stimmt leider nicht, weil unsere Goldhamster bereits vor der Ernte Hunger haben. Je industrialisierter und monotoner die Flächen bestellt werden, umso schwieriger wird es für die Kleinnager. Noch ist die Landwirtschaft auf den Hochebenen Aleppos nicht durchindustrialisiert. Doch auch hier bedienen sich die Menschen der Maschinen, Düngemittel, Spritzmittel und stellen den Tieren möglicherweise mit Fallen und Gift nach. 

Der in Deutschland heimische Feldhamster steht bereits unter Schutz, da er vom Aussterben bedroht ist. Wer meint, dass Hamster nur Sämereien fressen, irrt. Unsere Landwirte spritzen das Unkraut weg, und dieses gehört zur natürlichen Ernährung der Feldhamster. 

Wenn die Bauern auf den Hochebenen Aleppos ebenfalls von Unkrautvernichtungsmitteln Gebrauch machen, dann ist dieses für die Goldhamster schlecht. Weiterhin ist es nicht unüblich, Rodentizide zur Bekämpfung von Wühlmäusen einzusetzen. Es handelt sich um Fraßköder, die direkt in die Bauten gegeben werden. Ein flächendeckendes Ausbringen ist also schwierig. Zumindest werden auch Hamster an solchen Ködern sterben. 

Die einstige Landwirtschaft kam zumindest nicht gegen Unkräuter an und setzte nicht flächendeckend Gift ein. Die Flächen wurden vielseitiger bepflanzt, wodurch die Kost der Hamster artgerecht war. 

Auf den Hochebenen Aleppos ist die Bewirtschaftung der Flächen vermutlich noch weit von deutschen Verhältnissen entfernt. Dennoch bleibt zu befürchten, dass der Syrische Goldhamster bereits heute gefährdet ist. 

Die Hochebenen Aleppos 

Das Klima in Aleppo ist gerade während des Sommers heiß und trocken. Ansonsten regnet es nicht viel und es ist mild. Ohne den Menschen wäre es eine karge Landschaft.

Aleppo liegt im Nordwesten Syriens und grenzt an die Türkei. Die Verbreitung bis in die Türkei ist an drei Orten belegt. Damit ist zugleich belegt, dass Goldhamster keine großen Flächen der Türkei besiedeln. 

Der Lebensraum der Syrischen Goldhamster umfasst nicht einmal 20.000 km² das sind 100 x 200 km als Flächenmaß. In diesem Gebiet sind es zwischen 10.000 und 15.000 km², die als Kernland angesehen werden. Es handelt sich um die fruchtbaren Regionen, die intensiv durch den Ackerbau genutzt werden.

Lebensraum eventuell fragmentiert

Wie bereits berichtet: Je spezialisierter und industrialisierter die Landwirtschaft ist, umso schwieriger wird es für die Goldhamster. Es scheint noch immer lokal sehr dichte Bestände zu geben. Auf der gesamten Fläche ist das jedoch nicht durchgehend so und es wird vermutet, dass die Bestände bereits fragmentiert sind. Das heißt, dass es auf weiten Flächen keine oder nur sehr wenige Hamster gibt. Und dort, wo es sie gibt, fehlt der genetische Austausch mit anderen Hamstern. Das kann langfristig zum Zusammenbruch der gesamten Insel-Population führen. 

Die Zukunft der Goldhamster

Jede Krise nimmt irgendwann ihr Ende und auch das Leben auf den Hochebenen Aleppos wird sich normalisieren. Möglicherweise wird die dortige Landwirtschaft dadurch moderner, monotoner und zum Todesstoß für wilde Goldhamster. Eventuell besinnen sich dortige Landwirte auf einen vernünftigeren Umgang mit Land und Natur. Es ist aber nicht davon auszugehen, dass notleidende Menschen sich mit ihren Getreideschädlingen anfreunden und diese schützen. 

Die Zukunft der wilden Goldhamster ist damit ungewiss. Sie scheinen noch nicht vom Aussterben bedroht zu sein. Es gibt aber auch keine genauen Schätzungen, da es keinem Forscher wichtig genug ist, sich in die Region zu begeben. 

Der Mensch ist zugleich ein Wegbereiter der Goldhamster und durch die Modernisierung seiner Landwirtschaft auch ihr größter Feind. Kein Hamster wird auf Agrarwüsten bestehen – davon sind die Hochebenen von Aleppo gewiss noch ein Stück entfernt. Es besteht also Hoffnung, dass es um unseren Goldhamster in freier Wildbahn noch nicht ganz so schlecht bestellt ist, wie um unseren Feldhamster. 

Im Gegensatz zu den größeren Feldhamstern lassen sich Goldhamster sehr einfach als Haustiere halten. Es gibt inzwischen vermutlich ein Vielfaches an Heimtier-Goldhamstern im Vergleich zu deren wilden Artgenossen. Die Halter achten immer mehr darauf, dass sie den Hamsterstall artgerecht einrichten und die Tiere gesund füttern. Es hat sich hier durchaus viel getan. Nur, dass unser Heimtierhamster etwas schwerer und pummeliger ist. Goldhamster gibt es inzwischen in vielen Zuchtrichtungen mit längerem Fell oder in anderen Farben und Schattierungen. Sie wären damit ungeeignet, um sie zur Auffrischung wilder Bestände wieder auszusiedeln.

Teilen auf

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *