Gesellige Kleintiere nie mehr allein – neues Tierschutzgesetz in der Schweiz

In der Schweiz tritt ab morgen (1.9.2008) das neue Tierschutzgesetz in Kraft. Erstmals wurden neben den vorschriften zur Haltung von Nutztieren auch Vorschriften zur artgerechten Haltung von Haustieren gemacht.

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Die Einzelhaltung geselliger Haustiere ist demnach untersagt – zum Glück vieler Haustiere! Meerschweinchen, Vögel, Chinchillas, Mäuse und Ratten dürfen nun nur noch mindestens zu Zweit gehalten werden. Lange genug war die nicht artgerechte Einzelhaltung erlaubt.

Wer sich unter den Haustieren ein bisschen auskennt, dem dürfte aufgefallen sein, dass in der Aufzählung die ebenfalls geselligen Kaninchen fehlen. Die sind nämlich die Verlierer bei diesem Gesetz, für sie gibt es keine Vorschrift die Einzelhaltung verbietet. Sinn macht das aus der Sicht des Tierschutzes nicht, denn für Kaninchen ist ein artgleicher Partner mindestens genau so wichtig wie für Meerschweinchen!

Aber nicht nur gegen Einzelhaltung wird vorgegangen. In dem neuen Gesetz werden nun auch mindest Größen für Käfige und Gehege gemacht, sowie Vorschriften beim kauf.

Veränderungen gibt es auch für Neu-Hundebesitzer. Die müssen ab 2010 einen Theoriekurs besuchen, bevor sie sich einen Hund anschaffen dürfen.

Für die Haltung von Katzen wurden ebenfalls härtere Vorschriften gemacht. So müssen im Lebensumfeld der Katze Kletter-, Kratz- und Beschäftigungsmöglichkeiten vorhanden sein, sowie erhöhte Ruheflächen und Rückzugsmöglichkeiten. Und jede Katze hat das Recht auf ein eigenes Klo.

Weitere Infos: www.tiererichtighalten.ch

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6 Chinchillas auf Toilette eines Zoos ausgesetzt

Keine schöne Entdeckung machten heute Mitarbeiter des Naturzoos Rheine bei der morgendlichen Reinigung der Besucher-Toiletten. Sie fanden insgesamt sechs ausgesetzte junge Chinchillas.

Vor dem Gebäude hoppelte ein verängstigtes Chinchilla umher. Kurz darauf wurden auch im Wickelraum und in den Kabinen der Damen-Toilette insgesamt sechs Chinchillas entdeckt, eingefangen und in ein provisorisches Quartier gesetzt. Man muss ganz davon ausgehen, dass die kleinen Nager als „lästig“ gewordene Haustiere ausgesetzt wurden, in der Hoffnung, dass sich im Zoo schon jemand darum kümmert. Ein, leider häufiger, Fall von völlig unüberlegter Tieranschaffung!

Was sind das nur für Menschen?
Der Naturzoo wird ständig mit Anfragen nach der Übernahme von exotischen Haustieren und überzähligen Meerschweinchen, Kaninchen und Kleinvögeln konfrontiert. In den meisten Fällen wollen die Besitzer die Tiere los werden, weil sie sich zuvor nicht genügend über deren Haltung informiert haben und nun mit der Pflege und der Entwicklung der Tiere überfordert sind. Auch Tierhaar-Allergien können Gründe für den Abgabewunsch sein. Der Zoo kann aber in solchen Fällen keine Lösung sein.

Der Naturzoo muss all diese Anfragen ablehnen. Alleine die Angebote von Kaninchen und Meerschweinchen, die innerhalb einer Woche eintreffen, erreichen schnell ein gutes Dutzend. Adäquate Unterbringungsmöglichkeiten sind für „ungeplante“ Tierzugänge nicht vorhanden, genauso wie dauerhafte Unterbringungsmöglichkeiten. Trotzdem bemüht man sich hier mit Ratschlägen und eventuell Vermittlungen zu helfen. Auch die Chinchillas werden nicht im NaturZoo bleiben können.

Quelle: muensterschezeitung.de
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