Tier des Jahres 2011: Der Luchs

Nachdem 2010 dem Dachs der Titel „Tier des Jahres“ verliehen wurde, steht dieses Jahr der Eurasische Luchs auf dem Treppchen. Gewählt wurde er von der „Schutzgemeinschaft Deutsches Wild“, die sich bei ihrer Wahl den Tierarten widmet, die in ihrer Art oder ihrem Lebensraum als gefährdet eingestuft werden.

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Der Eurasische Luchs findet sich in Deutschland derzeit vorwiegend in Regionen Bayerns und in der Pfalz, sogar im Harz ist er vereinzelt gesichtet bzw. angesiedelt worden. Obwohl in der Familie der Katzen zu den Kleinkatzen zählend, erreicht der Luchs immerhin die Größe eines Schäferhundes und ist somit die größte in Europa vorkommende Katzenart. Deutlichstes Erkennungsmerkmal eines Luchses sind die pinselartigen Ohrbüschel, die ihm verhelfen, ein Mäuserascheln noch auf 50 Metern hören zu können. Obwohl Luchse in Deutschland vermehrt die Wälder erobern, sieht man sie dennoch sehr selten, was den unterschiedlichen Aktivitätszeiten zu schulden ist. Während wir Menschen den Tag für uns nutzen, gehört den Luchsen die Nacht bzw. die Dämmerung. Sollte man trotzdem einmal einem Luchs begegnen und kann sich zwingen, nicht panisch zu werden, lässt sich der Luchs sogar manchmal aus gebührender Entfernung beobachten, da er dem Menschen gegenüber erstaunlich wenig Scheu zeigt.

Auf dem Speiseplan eines Luchses steht vom Feldhasen bis zum Reh so ziemlich alles, was der heimische Wald an Tieren zu bieten hat. Dabei ist er kein Ausdauerjäger, sondern muss sich auf seine gute Tarnung und den Überraschungseffekt verlassen. Nach einem Misserfolg zieht er erst einmal weiter und hofft an einem entfernten Ort erneut auf unvorsichtiges Wild. Als adultes Tier hat er kaum natürliche Feinde, jedoch ist die Jungtiersterblichkeit sehr hoch. Nur jedes fünfte Junge erlebt seinen ersten Geburtstag, was neben Krankheiten wie Räude und Katzenseuche auch Unfällen beim Jagen oder dem menschlichen Fortschritt (Verkehr) zu schulden ist.

Im Übrigen hat Deutschland bei der Wahl seines „Toptieres“ 2011 ein sehr fotogenes Tier ausgewählt, was unseren Lesern durchaus sehenswerte Begleitbilder beschert. Unsere Schweizer Nachbarn haben in dieser Hinsicht weniger Glück, denn das Tier des Jahres 2011 ist in der Schweiz der Regenwurm.
Artikel von Mia U. aus “TierZeit” Ausgabe 1 http://www.tierforum.de/tierzeit/
Quellen/Bilder: www.wikipedia.de, www.luchsprojekt.de
Bilder: www.wikipedia.de

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Luchse im Harz

Etwa 200 Jahre nach dem der eurasische Luchs in ganz Deutschland ausgerottet wurde, ist diese größte europäische Wildkatze wieder im Harz heimisch.

In den vergangenen 8 Jahren hat die Nationalparkverwaltung Harz 24 Luchse ausgewildert, jetzt ist dies nicht mehr nötig. Das Projekt hat vollen Erfolg: mindestens 44 Jungtiere wurden seither in Freiheit geboren und von ihren Müttern aufgezogen. Und der Luchs verbreitet sich sogar weiter – erste Tiere wurden im Solling, im Eichsfeld und dem benachbarten Thüringen gesichtet.

Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) nannte das Projekt gestern „eine Erfolgsgeschichte“. Und Ole Anders, Luchsexperte der Nationalparkverwaltung, stand der Stolz über das Luchsprojekt ins Gesicht geschrieben. Sein besonderer Liebling ist M1. M steht für  ein männliches Tier und die Eins für den ersten Luchs im Harz, der mit einem GPS-Halsband ausgestattet wurde und jetzt dem Luchsexperten erlaubt, dem Tier immer auf der Spur zu bleiben. Seit März diesen Jahres trägt M1 das Sendehalsband. Fachleute sind verblüfft, weil er durch eine Region von bis zu 200 Quadratkilometern streift.

Die Rehe in den Deustchen Wäldern müssen nun erst wieder dazulernen, denn in den vergangenen 200 Jahren fehlte dieser natürlicher Feind. Rehe sind die wichtigste Nahrungsquelle der Luchse. Ein ausgewachsener Luchs mit einem Gewicht von 20 bis 25 Kilogramm reißt pro Woche etwa ein Tier. Den Rehbestand aber gefährdet das nicht. Zum Vergleich: Allein im Landkreis Goslar schießen die Jäger jährlich etwa 2500 Tiere.

Die Jägerschaft ist am Aussiedlungsprojekt Luchs seit dem ersten Tag aktiv beteiligt. Jäger melden alle Beobachtungen über die Wildkatze an die Nationalparkverwaltung. Zwischenfälle mit Menschen sind bisher nicht bekannt geworden, Hundebesitzern wird aber empfohlen, ihre Tiere im Harz an der Leine zu führen. Im Haus der Natur in Bad Harzburg gibt es eine Luchs-Ausstellung, vier Kilometer weiter im Schaugehege Rabenklippe leben vier Luchse.

Quelle: abendblatt.de
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Zoo Magdeburg: Luchs-Weibchen ausgerissen

Rätsel um ausgerissenes Luchs-Weibchen aus Magdeburger Zoo

Die Flucht eines jungen Luchses aus seinem Gehege gibt dem Magdeburger Zoo weiter Rätsel auf.

„Wir können uns noch nicht erklären, wie das Tier entkommen konnte“,

sagte Marketingleiterin Katrin Demco am Dienstag. Das Gehege sei neu, die Sicherheitsvorkehrungen alle intakt gewesen. Die Zoologen vermuten, dass das Weibchen trotzdem über den rund drei Meter hohen Zaun geklettert ist.

„Wahrscheinlich war der Impuls des Elektrozauns nicht stark genug, um es abzuschrecken“,

erklärt Demco. Die Raubkatze war in der Nacht zu Gründonnerstag aus dem Zoo verschwunden. Am Montag wurde sie am nahe gelegenen Neustädter See gesehen.

Das 2007 im Dortmunder Zoo geborene Karpartenluchs-Weibchen war erst in der Woche vor Ostern nach Magdeburg gekommen. In dem Gehege lebte es zusammen mit einem gleichaltrigen Männchen. Für Menschen ist das entflohene Tier ungefährlich.

„Luchse sind scheu, deshalb wird es sich eher verkriechen“,

sagte Demco. Die Zoologen hoffen, dass sich der Luchs während der Nahrungssuche zeigt und dann eingefangen werden kann. Er könne aber in der Freiheit durchaus überleben, sagte Demco.

So ist es wahrscheinlich auch zwei kleinen Luchsen ergangen, die vor mehreren Wochen aus dem städtischen Wildpark in Wernigerode im Harz ausbrachen. Alle Versuche, die im Herbst geborenen Jungtiere zu fangen, schlugen nach Angaben der Stadtverwaltung fehl. Mittlerweile wurden sie seit längerem nicht mehr gesehen. Deshalb gehen die Experten davon aus, dass sich die Luchse ein neues Revier im Nationalpark Harz gesucht haben.

Quelle: lvz-online.de