Kassel: Kater bei Spielplatz angeschossen

Anwohner sprechen von Serie

Unbekannter zielte offenbar aus nächster Nähe auf Vellmarer Haustier.

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Erst ein wilder Kampf mit einer Teppichfranse, dann ein Balanceakt über die Fensterbank und schließlich ein Sprung auf den Katzenbaum – Max tobt schon wieder durch die Wohnung der Familie Proske, als gäbe es die dunkle Schusswunde mitten in seinem schneeweißen Fell gar nicht. Nur wenn ein Fremder zu Besuch kommt, ist der Kater auffällig zurückhaltend.

„Eigentlich war Max immer sehr zutraulich“,

sagt Alexandra Proske und krault den Kopf ihres acht Monate alten Haustieres.

„Aber ich bin ja schon froh, dass er sich inzwischen überhaupt wieder streicheln lässt – nach allem, was er in den letzten Tagen erlebt hat.“

Rückblende: Am Dienstag vergangener Woche, 4. März, erfährt Alexandra Proske von ihrem Schwiegervater, dass er Max auf dem nahe gelegenen Spielplatz an der Spohrstraße gesehen hat. Sie schickt Tochter Celina los, um den Kater nachhause zu locken. Die Fünfjährige kann das Tier zunächst nicht finden, entdeckt Max schließlich blutend am Straßenrand und trägt ihn nachhause. Wenig später bestätigt ein Tierarzt, was Vater Dirk Proske bereits vermutet hat: Max wurde angeschossen.

„Ich wäre ja im Leben nicht auf die Idee gekommen, dass so ein Irrer hier auf Katzen ballert – und dann noch in der Nähe eines Spielplatzes“,

erinnert sich Alexandra Proske. Noch immer klingt die Stimme der Vellmarerin ungläubig.

„Ich verstehe einfach nicht, warum jemand so etwas tut. Wenn es mit einer herumstreunenden Katze Probleme gibt, kann man sich doch bei den Besitzern melden und darüber reden.“

Die Art der Wunde lässt laut Einschätzung des Tierarztes darauf schließen, dass der Schütze aus kurzer Distanz von etwa fünf Metern mit einer Pistole oder einem Luftgewehr direkt auf das Herz des Tieres gezielt hat. Offenbar habe sich Max jedoch plötzlich bewegt, das Projektil verfehlte das Herz und blieb in der Lunge stecken. Dort befindet es sich noch immer, eine Operation ist zu gefährlich.

„So wie es aussieht, kann Max mit der Kugel leben, aber ganz ausschließen kann man Spätfolgen nicht“,

sagt Alexandra Proske.

Belohnung von 500 Euro

Die Familie hofft nun, dass der Täter möglichst bald gefunden wird: Sie hat bei der Polizei Anzeige erstattet, in der Nachbarschaft Plakate aufgehängt und eine Belohnung von 500 Euro ausgesetzt. In den vergangenen Tagen haben sich immer wieder andere Tierbesitzer aus der Region gemeldet, deren Katzen ebenfalls angeschossen oder vergiftet wurden. Auch in der direkten Nachbarschaft der Vellmarer Familie soll es bereits früher solche Vorfälle gegeben haben.

„Von einer Serie ist uns nichts bekannt“,

sagt dagegen Volker Pieper, Pressesprecher des Kasseler Polizeipräsidiums auf HNA-Anfrage. Richtig sei aber, dass in Vellmar und Espenau in letzter Zeit vermehrt Katzen verschwunden seien (wir berichteten). Zu einem möglichen Zusammenhang und zum Stand der Ermittlungen im Fall Max macht die Polizei derzeit keine näheren Angaben. Zuständig ist das Vellmarer Polizeirevier Nord, Hinweise nimmt das Polizeipräsidium Kassel unter Tel. 0561 / 91 00 entgegen.

Quelle: hna.de
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