Unfassbar: Polizei überfährt Hund – Halterin muss zahlen

Eine unglaubliche Geschichte spielte sich in Hoisdorf (Kreis Stormarn) ab. Die Polizei überfuhr den entlaufenen Hund „Robby“ absichtlich, danach wurde die Halterin aufgefordert den Schaden am Dienstwagen zu zahlen.

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Die 65-Jährige soll 2557,31 Euro Schadenersatz wegen Sachbeschädigung an die schleswig-holsteinische Landeskasse überweisen, berichtet die Regionalausgabe Stormarn des „Hamburger Abendblattes“ (Sonnabend-Ausgabe).

Ihr Hund „Robby“, ein Australian Shepherd, war in der Silvesternacht ausgerissen. Was dann geschah, ergibt sich aus dem Schreiben der Behörde, das der Zeitung nach eigenen Angaben in Kopie vorliegt:
Weil es nicht gelang, das Tier einzufangen oder durch einen gezielten Schuss zu töten, musste der Hund letztlich zur Verhinderung von Gefahren für die anderen Verkehrsteilnehmer mit dem Dienstfahrzeug überfahren werden.

Dabei war das Dienstfahrzeug derart beschädigt worden, dass es durch eine Fachwerkstatt repariert werden musste und drei Tage nicht einsatzfähig war. Dadurch seien dem Land Schleswig-Holstein Kosten entstanden, hieß es. Anja Laupichler vom Tierschutzverein Großhansdorf/Ahrensburg sprach von einem „unfassbaren Skandal“. Eine Sprecherin des Landespolizeiamtes sagte der Zeitung, das Vorgehen sei aus polizeilicher Sicht richtig: „Aus menschlicher Sicht ist das natürlich eine grausame Geschichte; dennoch werde der Fall intern noch einmal geprüft“.

Quelle: LN-Online
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5 Kommentare zu diesem Beitrag.

  1. Micha's Gravatar

    Autor: Micha | Datum: 31. Januar 2010 um 19:53

    Wieder mal ein glorreiches beispiel für unnötige Polizeigewalt…
    Die haben wohl Ihren Jagdinstinkt testen wollen.. kommt ja auch nich oft vor das sich solch eine gelegenheit bietet…
    Ich empfinde nur noch verachtung für diese Freizeit Sheriffs… und Ihnen soll das gleiche Schicksal wie dem Hund wiederfahren…
    Dann ist er Gerechtigkeit genüge getan…

  2. IXSinclairXI's Gravatar

    Autor: IXSinclairXI | Datum: 31. Januar 2010 um 20:18

    Hat die Polizei ja mal richtig Glück, war nicht mein Hund…! Boah, was hätte ich mit denen gemacht.

  3. mfh's Gravatar

    Autor: mfh | Datum: 1. Februar 2010 um 16:49

    Unglaublich inkompetent, pietätlos und herzlos – das Verhalten dieser Polizisten entbehrt wirklich jeglicher Menschlichkeit. Es hätte genügend Möglichkeiten gegeben, den Hund unter Kontrolle zu bekommen, und sei es mit einem Betäubungsgewehr. Wenn man derart skupellos mit „unserem treuesten Freund seit Menschengedenken“ umgeht, wie wird denn unter Umständen in Stresssituationen mit Menschen umgegangen. Es ist wahrlich kein Zeichen von Kompetenz, wenn man so mit einem Lebewesen umgeht. Noch dazu haben die Polizisten wohl keinerlei Ahnung von Hundeverhalten, der adäquaten Kommunikation und dem Umgang mit Hunden. Einfach widerlich!

  4. tierfan's Gravatar

    Autor: tierfan | Datum: 26. Februar 2010 um 17:44

    Mal so gesehen die wären Hunde und würden übergerollt werden.
    Müssten denn etwar ihre Eheparten oder Eltern strafe zahlen?
    An der stelle des Besitzers hätte ich denen richtig die hölle heiß gemach.
    Selbst wenn die mein Pony oder eine vom meinen Katzen übergerollt hätten, ich weiß nicht was ich dann gemacht hätte.
    Als erstes warscheinlich ne Anzeige.
    Na bei uns aufm Land ist der Verkehr ja nicht so groß.

  5. verstehend's Gravatar

    Autor: verstehend | Datum: 9. März 2010 um 00:15

    Habe den Artike grade zum 1. Mal gelesen bzw. zum 1. Mal davon gehöhrt.

    Bei allem Verständnis für den Unmut, hätte einer der hier mitlesenden lieber sowas in der Zeitung stehen sehen: http://rhein-zeitung.de/on/07/.....13691.html ?? Oder gar schlimmer, einen Unfall mit Todesfolge? Mir ist ein überfahrener Hund allemahl lieber als ein verletzter oder gar tödlich verunglückter Mensch! Wie hätte die Halterin des Tieres sich gegenüber dessen Angehörigen denn geäußert?

    Klar, hätte und wenn… Denneoch, ich denke nach dem hier: http://bundesrecht.juris.de/stgb/__34.html geht das Vorgehen der Polizei möglicherweise in Ordnung. Und warum soll der Steuerzahler dafür aufkommen, dass Frauchen nicht auf ihren Hund aufpassen konnte und diser überfahren werden musste, um evtl. einen schweren Unfall zu verhindern? Wir wahren alle nicht dabei – und deshalb würde ich auch mal darüber nachdenken, bevor ich irgendwelchen tränenhaschenden Presseberichten Glauben schenke…

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