„Killerhunde“ verbieten? – Diskussion auf Bild.de

Auf Bild.de hatte man gestern die Möglichkeit an einer Umfrage teilzunehmen und seine Meinung zum Thema „Kampfhunde“ zu verkünden. Natürlich wollte auch ich mich nicht enthalten und schrieb einen, sehr sachlichen, Beitrag. Leider wurde er nicht freigeschalten. Beiträge in denen Sätze vorkamen wie „Die Viehcher sollte man alle einschläfern“ wurden aber freigeschaltet. Da frage ich mich was das mit freier Meinungsäußerung zu tun hat, wenn dort ausgesucht wird welche Meinungen veröffentlicht werden und welche nicht gelten?

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Zum Glück gab es auch einige vernünftige und gut durchdachte Kommentare. Aber viele schrien gleich nach einschläfern, verbieten oder gar erwürgen. Speziell in diesen Kommentaren wird nur von gefährlichen Bestien gesprochen, von denen dachte niemand an die wirklich Schuldigen. Gefährlich sind die, die den Hund zu dem gemacht haben. Die Einführung eines Hundeführerscheins wäre vielleicht ganz sinnvoll. Da sind uns die Schweizer schon einen Schritt voraus, dort ist der Hundeführerschein ab September nämlich Pflicht.

Vielleicht wurde mein Kommentar aber auch nicht freigeschalten, weil ich die Titelwahl „Killerhunde“ kritisiert habe. Diese Titewahl beeinflusst die Kommentare doch von vornherein, die Diskussion beginnt nicht von einem neutralen Standpunkt aus – nein, es wird gleich eine Richtung mitgegeben. Das ganze drängt den Ruf dieser Hunde nur weiter in eine Ecke, in die sie nicht gehören. Das ganze wird noch ein bisschen verschärft in dem man ein Bild, von einem bellenden Hund neben den Schriftzug „Killerhunde“ setzt. Die Zähne sind zu sehen – der muss ja gefährlich sein.

Auch das man in den Niederlanden bereits wieder an die Abschaffung den Pitbull Verbots denkt, da es keinen Rückgang an Beissvorfällen gab, will man wohl nicht hören.

Ein Verbot dieser Hunde bringt nichts, denn man fängt da an einer ganz falschen Stelle an was zu tun!

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3 Kommentare zu diesem Beitrag.

  1. Axel F.'s Gravatar

    Autor: Axel F. | Datum: 1. Juli 2008 um 22:35

    Hallo !
    Es gibt zwar sogenannte Kampfhunderassen, aber ich bin der Meinung das der Mensch selbst diese Rassen gezüchtet hat und auch selbst diese Tiere zu sogenannten Kampfhunden macht. Auch sollte man bedenken das es nicht nur die gängigen Rassen wie Pittbull und Co sind die gefährlich werden können. Ich glaube mal irgendwo gelesen zu haben das es mehr Verletzungen durch Schäferhunde gibt als durch die sogenannten Killerhunde. Deshalb käme aber keiner auf die Idee den aus verschiedenen Serien (Rex) bekannten Hund zu verbieten. Meine Meinung: Meist ist der Mensch schuld, da er ja das Tier erzieht.
    Gruß Axel
    Zitat: Seit ich den Menschen kenne, liebe ich die Tiere

  2. Gastleser's Gravatar

    Autor: Gastleser | Datum: 26. August 2008 um 09:38

    Wer von dieser Art Zeitungen etwas anderes erwartet, wird enttäuscht. Hier geht es um das Schüren von Ängsten. Erstens steigert das die Auflage, zweitens sind Menschen, die Angst haben, leichter zu manipulieren.
    Sachverstand oder solide Recherche – Fehlanzeige. Dieser Schwachsinn liefert aber die Steilvorlagen für unsere Politiker, die stimmen fangend auf den abgefahrensten Zug aufspringen. Wohin die Reise geht? Die Schweiz macht es uns vor, wie mit der Angst der Bürger mal schnell ein paar Millionen Franken zu verdienen sind. Näheres dazu auf http://www.hunde-online.ch/ unter Politik. Einiges ist auch für Nicht-Abonenten zugänglich.
    Grüßle Gastleser

  3. Gastleser's Gravatar

    Autor: Gastleser | Datum: 26. August 2008 um 11:56

    Hallo Axel F.,
    was sagen uns die Statistiken aus? Alles was Stehohren hat, ist ein Schäferhund, jeder Hund mit einem Molosserkopf ist ein Kampfhund und jede Bißverletzung stammt von einem aggressiven Hund?
    Meine Erfahrungen sind folgende: gefährlich werden Hunde, egal welcher Größe und Rasse, erst durch ihre Halter. Die meisten Bißverletzungen durch Hunde entstehen nicht in Folge von Angriffen des Hundes auf den Menschen sondern durch Eingreifen bei Hundestreitigkeiten, das zufügen von Schmerz (meist unbeabsichtigt), ungeklärte Rangordnung zwischen Mensch und Hund.
    Das sind Beispiele, bei denen Verbote absolut nichts nützen.
    Die Stärkung der Eigenverantwortung, die Information der Hundehalter auf freiwilliger Basis (hier sollte doch mal über die ungerechte Hundesteuer bzw. eine deutliche Absenkung für Bürger nachgedacht werden, die z.B. erfolgreich an einem Erziehungskurs teilnahmen, eine Begleithundprüfung o.ä. ablegten).

    Mein Tierarzt erzählte mir, dass weltweit die meisten Todesfälle durch Bullen verursacht werden, warum ist noch keiner auf die Idee gekommen, einem Bullenbesitzer den „Bullen-Sachkunde-Nachweis“ abzuverlangen? Ironie aus.
    Gruß Gastleser

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